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Obliveon (Germany) - 9/10
Den dritten und aktuellen Output “Ai” der Taiwanesen Seraphim hatte ich im letzten Jahr auf unseren Import-Seiten regelrecht abgefeiert, muss aber im Nachhinein gestehen, dass die vergebenen 9 Punkte viel zu tief gegriffen waren. 10 Punkte wären für dieses Hammeralbum angemessen gewesen.
Anyway, mit „The Soul That Never Dies“ möchte ich euch nun das erste Album der Band (aus 2001) vorstellen. Seraphim frönen einer Musik, die durch die Finnen Nightwish bekannt und salonfähig gemacht wurde. Eine Mischung aus orchestralem Speed und Power Metal mit einer ausgebildeten Sängerin namens Pay am Mikro, die natürlich Vergleiche mit Tarja nach sich zieht, aber doch etwas anders klingt und diesen Vergleich auch sicherlich nicht zu scheuen braucht. Beide sind echte Sahnestücke im Musikbusiness.
Der Hauptunterschied besteht darin, dass die fünf Asiaten um einiges härter und viel gitarrenlastiger zu Werke gehen. Des Weiteren bekommt Basser Jax sehr viel mehr Raum seine extrem düstere Stimme in das Geschehen mit einzubringen. Diese reicht von tiefen Death Grunts bis hin zu kreischenden Black Metal Vocals und verleiht der Musik eine weitere faszinierende Facette. Nach dem Intro („Prelude“) legt „Love Hate“ mit einer tollen Melodie los und präsentiert sich als schnelle Power Metal Granate im Stile von Angra, Labyrinth etc., bevor die tiefen Grunts einsetzen und Pay mit ihrer wunderschönen Stimme das Ganze dann in eine gitarrenbetontere Version von Nightwish führt.
Aber es ist eigentlich egal wo der Laser ansetzt, ob bei „Immortal Silence“ mit extremem Death-Gebelle, seinen rasenden Gitarren und einer hier sehr hoch und schnell singenden Pay, beim Titellied, welches von den tiefen Tönen des Basses eingeleitet wird, „Samsara“ mit seinen kreischenden Black Metal Vocals, „Mind´s Sky“, eingeleitet von der schönen auf der Akustik-Klampfe vorgetragenen Melodie, die im folgenden von den E-Gitarren aufgenommen wird und die im Zwischenteil wiederholt werden oder in der superben Ballade „Conticle“, alle Stücke sind erstklassig.
Wer auf Nightwish und orchestralen Power und Speed Metal steht kommt an Seraphim definitiv nicht vorbei. Dabei ist es völlig egal, ob ihr die 8 Euro (!!!) für die chinesische Version oder für die vom spanischen Arise-Label lizensierte Version mit englischen Vocals (die ihr auch beim taiwanesischen Label Magnum Music ordern könnt) investiert. http://www.magnum.com.tw/seraphim/ oder ggf. http://www.arisemetal.com oder bei gut sortierten (Groß)Händlern zu entsprechend höheren Preisen.
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