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Sonny's Rock & Metal Heaven(Germany) - 10/10
Band: Seraphim
* Albumtitel: Ai (Chinese edition)
* Spielzeit: 69:43 min
* Plattenfirma/ Vertrieb: Magnum Music/ Tawain-Import
* Vergleichbare Bands: Nightwish, Edenbridge
* Veröffentlichung: 10.02.2004
* Wertung: 10/ 10
Review:
SERAPHIM zum Dritten. Wie es bei der taiwanesischen Band seit ihrem Debüt "The Soul That Never Dies" (2001) mittlerweile schon Tradition ist, kommt ein Jahr vor dem jeweiligen englischsprachigen Release zuerst das Album in ihrer chinesischen Muttersprache zu Veröffentlichungsehren. Auch beim neuen Album "Ai" weicht das Quintett keinen Millimeter von dieser Sitte ab. – Und man mag es kaum glauben, eben jene Version hat auch die Gemächer des Rock & Metal Heavens erreicht. So ertönen seit Tagen aus den heimischen (lautaufgedrehten ;-) Schallwandlern chinesische – fast majestätisch anmutende – Gesangpassagen. Im Vergleich zur englischsprachigen Version des Vorgängers "The Equal Spirit" (2003) hat es den Anschein als würden die Mannen um Sopranistin Pay Lee und Songwriter/ Produzent/ Gitarrist Kessier Hsu diesmal - trotz der unbestreitbaren Härte – ihr Hauptaugenmerk auf wunderschöne und eingängige Melodien legen. Dieser Fakt spiegelt sich z. B. im doublebass-lastigen Opener "˙\ˇw [Tears]" und "¥_¨° [Resurrect]", das von einem gefühlvoll-dominanten Gitarrenspiel getragen wird, unweigerlich wieder. Als weiterer angenehmer Aspekt erweist sich die Tatsache, dass SERAPHIM die Screaming-/ Growling-Parts von Bassist Jax Yeh auf ein äußerst songdienliches Minimum zurückgeschraubt haben. In der Epic-Ballade "§£Ø‡®¸ [Can't Take]" (erinnert stellenweise an IRON MAIDEN) zeigt sich der Tieftöner sogar von einer ganz ungewohnten Seite, denn in diesem herzzerreißenden Duett mit Pay Lee geht er äußerst gefühlvoll ans Werk. Natürlich geht's auch stellenweise noch richtig speed-tempomäßig zur Sache, man lausche nur den Tönen von "§£Ø‡®¸ [Can't Take]"oder "§ß´e [Before]". Als krönende Highlights – aus einer Scheibe ohne jeglichen Durchhänger – kristallisieren sich das sehr abwechslungsreiche "–·§§ [In The Air]", die akustische Gänsehaut-Nummer "¨O¶‹? [Is That?]" (drückt mächtig auf die Tränendrüse... Schluchz!) und das 91Ú2minütige "¬‡¿π¶° [Instantaneous]" heraus. Letzteres erweist sich als wahres Meisterwerk, denn hier vereinen die Taiwanesen auf ihre ureigen-brillante Weise progressive Parts mit neoklassischen Elementen, sowie Black/ Death Metal-Passagen a la THEATER OF TRAGEDY mit MALMSTEENschen Flair, was nicht zuletzt an dem phänomenalen Gitarrenspiel von Mr. Hsu liegt. "Ai" ist ein in sich stimmiges Meisterwerk - d. h. die exzellenten musikalischen und instrumentalen Fähigkeiten aller Bandmitglieder, greifen wie ein Schweizer Uhrwerk ineinander. Dies trifft selbstredend auch auf die druckvolle und klare Produktion zu, für welche sich die Band selbst verantwortlich zeigt, sowie für Mix und Mastering, wofür man erneut Mikko Karmila und Mika Jussila in den berühmten Finnvox Studios aufsuchte. Also diesmal gibt's wirklich keine Ausrede: Strike Ten!
Bleibt abschließend nur noch zu hoffen, dass die hoffentlich bald erscheinende englische Version genauso viel majestätisches Flair verbreitet.
Sonny
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